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Interview mit Franziska Schmid.

Franzisk_Schmid

Interview mit Franziska Schmid.

Wenn Franziska von Veggie Love nicht gerade auf Biofachmessen herumturnt, neue vegane Kosmetik vorstellt oder über ihr letztes gesundes Frühstück berichtet ist sie noch ganz „nebenbei“ Gastbloggerin, gibt regelmässig Interviews im Print,- und Onlinebereich, schreibt Artikel für Magazine und bringt demnächst ihr erstes Buch heraus. Veganerin ist sie übrigens auch! Und in dem Interview mit ihr wird mir zum ersten mal bewusst, dass vegan leben mehr bedeutet als einfach nur die Wurst auf der Stulle oder das morgendliche Frühstücksei auf dem Speiseplan zu streichen.

Bitte stelle dich vor – Wer bist du und was machst Du?
Ich bin Franziska Schmid und ich habe mich vor zwei Jahren mit „Veggie Love“ selbständig gemacht. Die kurze Berufsbezeichnung ist: ich bin Bloggerin. Was bedeutet das konkret? Ich schreibe unter meinem Markennamen über grünen und veganen Lifestyle: Öko-Mode, Kosmetik und Gastronomie. Seit vergangenem Jahr gibt es ein zweites Blog, Veganista, für Mode und Accessoires. Darüber hinaus schreibe ich als Gastautorin für andere Blogs und als freie Journalistin für Magazine und Zeitschriften. Derzeit arbeite ich an meinem ersten Buch, ein Gastro- und Reiseführer für Deutschland, der Ende des Jahres erscheint. Neben der schreibenden Tätigkeit bin ich Trendscout für grüne und vegane Produkte und arbeite mit (Mode)Läden zusammen, wenn es um den Auf- oder Ausbau des Produktportfolios geht. Und nicht zuletzt arbeite ich mit Unternehmen zusammen, und berate und unterstütze sie bei ihrer Kommunikation im digitalen Raum.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei dir aus?
Mein Computer und ich haben eine sehr enge Bindung. – mit ihm verbringe ich nämlich den Großteil meiner Zeit. Meistens sitze ich den ganzen Tag am Schreibtisch, die letzten Monate wieder lieber im Home Office als in meinem Büro. Je nachdem, ob ich am Vorabend lange gearbeitet habe (abends krieg ich oft noch einen zweiten Kreativschub), beginnt mein Arbeitstag morgens zwischen 9 und 10 Uhr. Gegen 14 oder 15 Uhr esse ich zu Mittag. Meine Tage sind geprägt von sehr vielen Emails, Recherche und Lesen und Informationen sammeln, die ich dann entweder sofort oder irgendwann später verwende. Regelmässig treffe ich befreundete BloggerInnen oder andere Kollegen zum Mittagessen oder zum gemeinsamen Feierabend oder ich telefoniere abends mit den Freunden und Familie, die leider in anderen Städten wohnen. Danach packt mich oft noch die Arbeitslust oder ich bereite den kommenden Tag vor. Einmal die Woche mache ich meist einen „Entdeckungstag“ und besuche Locations, wie Geschäfte, Cafés, Restaurants. Kürzlich war ich zum Beispiel zuerst im Jivamukti Café, danach in zwei Second-Hand-Läden und einem Brillengeschäft – davon findet sich dann früher oder später etwas in einem meiner Artikel wieder.

Wie wird man eigentlich Veganerin?
Indem man alle tierlichen Produkte und Materialien weglässt. Aber so hattest Du die Fragen wohl nicht gemeint, oder? Ich mochte Fleisch und Fisch noch nie und habe – wenn überhaupt – nur Wurst oder Hackfleisch gegessen. Da habe ich am wenigsten gemerkt, dass man es mit einem Stück Fleisch zu tun hatte. Irgendwann wurde mir klar, dass ich überhaupt kein Fleisch mehr essen will und wurde von einem Tag auf den anderen Vegetarierin. Als ich viele Jahre später in einem Buch von veganer Ernährung las, war ich schlagartig in diese Lebensweise verliebt. Veganismus ist für mich die perfekte Kombination aus Umweltschutz, Mitgefühl und Achtsamkeit sowie Lebensfreude.

Wie sieht ein typisch veganer Tag mit all seinen Menüs aus?
Mein Tag startet morgens meist mit einem grünen Smoothie oder frischem Saft. Zuhause trinke ich meist keinen Kaffee, dafür grünen Tee oder Matcha mit Mandelmilch. Mittags esse ich gerne eine große Schüssel grünen Salat mit roter Beete, Fenchel, Karotten, Avocado und Sprossen. Abends trinke ich manchmal einfach nur Bananenmilch oder koche Risotto in einer der tausend möglichen Variationen. Im Winter esse ich abends häufig Misosuppe. Natürlich gibt es aber auch Tage, an denen ich viel unterwegs bin – in Berlin oder auch München, wo ich zuvor gewohnt habe, ist es sehr einfach, unterwegs was Gutes und Veganes zu bekommen. Seit ich mich vergangenes Jahr einige Wochen rohköstlich ernährt habe, versuche ich so viel rohes Obst und Gemüse wie möglich zu essen.

Vegan leben bedeutet nicht nur vegan zu essen, sondern auch seinen Lifestyle, seine Beautyprodukte und den Kleiderschrank daran anzupassen. Ist man da nicht sehr eingeschränkt in seiner Auswahl?
Als ich vor über vier Jahren anfangen habe, mich mit Veganismus zu beschäftigen, ging es ganz klar erst mal nur um meine Ernährung. Da ich da aber als langjährige Vegetarierin gar nicht mehr so viel umstellen musste, habe ich ziemlich schnell angefangen, mich auch mit dem Rest meines Haushalts zu beschäftigen: Kosmetika, Bekleidung und so weiter. Weil ich aber keine Quelle gefunden habe, die mir das geboten hat, was ich gesucht habe, nämlich Informationen zu schönen und gleichzeitig bio/öko und veganen Produkten rund um Badezimmer und Kleiderschrank, habe ich mein eigenes Blog gestartet. Und um die Frage abschließend zu beantworten: ich fühle mich nicht eingeschränkt und genau das möchte ich auch mit meinen Arbeit mit der Welt teilen.

Was ist die grösste Herausforderung am veganen Dasein? Vermisst Du manchmal bestimmte Lebensmittel/Gerichte?
Früher habe ich Käse geliebt. Interessanterweise habe ich erst mit 20 angefangen, überhaupt welchen zu essen und danach habe ich aber umso kräftiger zugegriffen. Als ich im Buch „Skinny Bitch“ über Käse gelesen habe, wollte ich danach keinen mehr essen. Vermisse ich ihn? Nein. Und auch sonst vermisse ich nichts. Gemüse ist das tollste Lebensmittel überhaupt. Getreide, Saaten und Nüsse sind super. Auch mit einer veganen Lebensweise kann jede Geschmacksrichtung von herzhaft bis süß zubereitet werden – da fehlt wirklich nichts.

Du bloggst nicht nur für verschiedene Seiten, sondern bist Gastautorin für einige Magazine und bringst demnächst ein Buch heraus. Wie motivierst du dich, um Deine Ziele zu erreichen?
Ich liebe, was ich tue. So simpel das klingt, aber es ist wahr. Natürlich bin ich nicht 24/7 hoch motiviert und brauche auch Auszeiten, aber wenn ich ein paar Tage nichts recherchiere, lese und schreibe, dann vermisse ich es.

Was machst du, wenn du einen Durchhänger hast oder ein Ziel nicht erreichst?
„Step away from the computer“ – das beherzige ich, wenn es einfach nicht laufen will, ich zu müde oder zu gestresst bin. Meist hilft dann ein kurzer Spaziergang ins nächste Café oder einfach eine Runde Nichtstun, um wieder neue Kraft zu schöpfen. Bei eher schwerwiegenden Durchhängern hilft mir Abstand vom Alltag und eine kurze Auszeit, am besten an einem anderen Ort. Zum Glück habe ich eine Handvoll enger Freunde, die mich immer dann motivieren, wenn ich zweifle, zu ungeduldig bin oder einfach nur eine Rückmeldung brauche.

Was tust du, um zu entspannen?
Nach zwei Jahren in der beruflichen Selbständigkeit lerne ich gerade wieder, Feierabend oder Wochenende zu machen. Ich liebe alte Filme: Steve McQueen, Cary Grant, Rock Hudson, Doris Day…oder ich lese die Biografie einer inspirierenden Person. Mit Freunden am Tisch sitzen, reden und lachen– das entspannt mich ungemein. Am Wasser sitzen oder entlang spazieren. Und vielleicht schaffe ich es dieses Jahr auch endlich wieder, die Yogamatte auszurollen statt sie nur in der Ecke stehen zu haben.

Hast Du einen Leitspruch oder Mantra?
Be daring, be different, be first. Anita Roddick, Gründerin vom Body Shop.

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Redakteurin MYM Ehemals Stylistin, PR-Beraterin und Vogue Redakteurin in New York, heute reisebegeistert, Yogini und Boxerin auf der Suche nach der Balance zwischen Om und Rock 'n' Roll! Hier gibt es jede Woche Interviews, Reiseberichte und die köstlichsten Gerichte, die man sich vorstellen kann.

F: mindstyle.magazin W: www.makeyourselfmove.de

25 % für 3 Monate somuchmore
Ein Kommentar auf “Interview mit Franziska Schmid.
  1. Ich finde die Frau spitze. Veggie love ist eine tolle Seite. Ein schönes Interview. Danke dafür 🙂

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