/ DIARY /

Karma is only a bitch if you are.

“No plan is the plan…” mein Mantra vor 9,5 Monaten, als ich sichtlich nervös in den Flieger nach Indien stieg und ehrlich gesagt richtig Sch.. vor meiner eigenen Courage hatte. “Einfach mal das alte Leben aufgeben und sich “vom roten Yogafaden leiten zu lassen” – na super Idee…durchatmen, cool bleiben. No plan was the plan und tief im Inneren wusste ich ja auch, dass ich eine super wichtige Zeit vor mir hatte und einfach ein bisschen vertrauen musste.

Und tatsächlich, bis auf den ersten geplanten Monat TTC in Rishikesh fiel irgendwie alles Dank Research hier und da, Zufall, Schicksal und natürlich “richtig Bock” aufs Unbekannte an seinen Platz. Meine Motivation dabei bis heute: Yoga lernen! Asanas, Teachingsskills, Meditation, Yoga-Philosophie, Mantras chanten. Auch wenn in keiner dieser Disziplinen Perfektion zu erwarten ist, so ist doch so einiges aus dieser Liste während meiner Reise durch Indien, Bali, Thailand und Nepal durch meinen Alltag gewandert. Ich durfte mit großartigen Lehrern praktizieren, viele, viele Klassen unterrichten und Dank Teachertraining, Diskussionen und Unterhaltungen mit befreundeten Yogalehrern und Yogastudents lichtet sich manchmal sogar der Nebel über dem so unfassbar komplexen Feld Yogaphilosophie.

Aber – ein aber an dieser Stelle war zu erwarten – tatsächlich ist es nicht nur zwingend die offensichtliche Yogapraxis von der ich lerne, sondern vielmehr das, was fernab von Mantra, Brezel-Asana und Yogaklassen um mich herum und mit mir passiert: Nämlich das ERleben von Leben. Während ich Dank geplanter Planlosigkeit meiner Intuition folgen darf und immer besser darin werde, dem Flow zu vertrauen “um zu gewinnen, was sein soll” (darüber habe ich mich in meinem letzten Text ja schon ausgiebig ausgelassen), treffe ich auf Menschen, die mir unbekümmert und selbstverständlich vorleben, was es bedeutet Yoga zu leben – meistens vollkommen “unschuldig” ohne auch nur auf die Idee zu kommen, dass wir Yogis im Westen das Yoga “off the mat” nennen würden. Und so gesellt sich neben “no attachements” die zweite für mich große Yogalektion meiner Reise: “No expectations” in Bezug auf Geben OHNE zu nehmen. Das Zauberwort heißt Handeln, Helfen, Interagieren mit der Umwelt und mit den uns umgebenden Menschen ohne etwas im Gegenzug zurückzuerwarten – einfach aus der Motivation heraus, zu helfen. Oder auch – Achtung jetzt wird kitschig – Freude zu schenken.

In “unserer” Welt ist – so glaube ich – noch die Furcht allgegenwärtig, am Ende ausgenutzt und als Trottel dazustehen. Dass es aber absolut gar nicht so laufen muss, wie wunderbar “das Geben ohne zu Nehmen” funktioniert, habe ich Dank bemerkenswerter Menschen lernen dürfen. Da waren die, die ihr Ego zurückstellten, um mir mehr Freiheit einzuräumen, einfach weil sie spürten, dass ich das gerade brauchte – pures Verständnis. Menschen, die mich über 10 Ecken kannten und mich bei sich zu Hause aufnahmen, als gehörte ich zu ihrer Familie. “Hier hast du den Wohnungsschlüssel, fühl’ dich wie zu Hause” – pure Gastfreundschaft. Oder der junge Nepali, der mich, als ich ihn nach dem Weg fragte, bis zu meinem Zielort begleitete, um dort den ganzen Weg zurückzulaufen, da sein Ziel absolut gar nicht auf meinem Weg lag. Ich wäre ohne ihn in diesem Chaos von Kathmandu vollkommen aufgeschmissen gewesen – pure Hilfsbreitschaft. Und viele, viele andere, die plötzlich einfach da waren, ohne auch nur ansatzweise das Gefühl zu vermitteln, darauf eine Gegenleistung zu verlangen. Und das Beste daran, der Effekt auf die eigene Einstellung und Handlungsweise und der Wunsch, die Möglichkeit zu bekommen, diese Erfahrungen weiterzugeben. Positives Handeln nach dem “To give forward” – Prinzip oder auch ein Kettenbrief des guten Willens sozusagen, nur eben ohne Weltuntergangsdrohungen am Ende.

Und wie es der Zufall so will, passt dieses Thema ja nun auch wunderbar in die Weihnachtszeit. Und nein, das war tatsächlich nicht geplant, als ich anfing, diesen Text zu schreiben:-). Jedoch weit entfernt von meinem geliebten Lindt-Schoko-Kalender oder den kleinen Weihnachtsbäumen, die meine Mutter noch immer für uns füllt, wenn meine Schwester und ich zu Weihnachten nach Hause kommen, habe ich mir dieses Mal eine neue Form des Adventskalenders überlegt: Jeden Tag Handeln nur des Handelns willens, ohne eine Gegenleistung zu erwarten und mit dem Ziel, positive Erfahrungen weiterzugeben. Eine Einstellung, die wie schon “no attachments” – für mich Freiheit bedeutet. Freiheit in deinem Geist, deiner Seele und deinem Herz. Frei von Enttäuschungen, frei von falschem Stolz und frei von unnötigen Sorgen – denn Karma is only a bitch if you are:-)

Steffi Sarges

PR Beraterin & Yogalehrerin Ihr Lebensmotto “Don´t forget to play” kam bei all der Arbeit in den letzten Jahren etwas zu kurz. Darum hat sich Stefanie für 2014 dazu entschieden, wieder mit dem "Spielen" zu beginnen, tief durchzuatmen und das Jahr ihrer größten Leidenschaft zu widmen - dem Yoga. Während ihrer Reise durch Indien wird sie eine zweite Ausbildung machen, um sich danach vom roten Yogafaden leiten zu lassen - durch das Land und zu sich selbst. Von ihren Erfahrungen wird sie hier regelmäßig berichten.

F: Stefanie.Sarges W: instagram.com/stevexs

4 Kommentare auf “Karma is only a bitch if you are.
  1. beautyjagd sagt:

    „I like“ – und Deine andere Adventskalender-Idee ist großartig! Wollt ich nur mal kurz sagen 🙂
    Liebe Grüße

  2. Sina sagt:

    Wow, ich freue mich jedes mal, wenn ich was neues von dir und deiner spannenden Reise lese!
    Da bekomme ich jedes mal Lust mich nach dem Abi auch auf den Weg zu machen 🙂

    Liebe Grüße und noch eine schöne Zeit!
    Sina

  3. Stefanie sagt:

    Vielen, vielen Dank, liebe Beautyjagd, liebe Sina!

    @Sina: Was hält dich davon ab? Wenn irgendwie möglich, dann machen!! 🙂

    Alles Liebe
    Steffi

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