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Hostelgeschichten – oder warum wir reisen: Caro aus Argentinien.

Seit fast drei Wochen wohne ich nun schon im Ananda Hostel, einem super gemütlichen Guesthouse mit sauberen Zimmern inklusive sauberem Bad (!!!) und einer großen Gemeinschaftsküche. Und wie es ja bekanntlich in der Natur der Küche liegt, treffen hier immer mal wieder über den Tag verteilt die Bewohner des Hostels aufeinander – unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster Nationalitäten. Wenn ich also gerade nichts zu tun habe, mich aber gerne ein bisschen über Gott und die Welt unterhalten möchte, dann gehe ich runter an den kleinen Tisch vor der Küche und treffe eigentlich fast immer jemanden dort an. Letzten Sonntag haben wir es sogar in großer Gruppe fertig gebracht, gemeinsam zu kochen. Aufgeteilt in Team Selfmade-Pasta, Soße, Salat und Dessert haben wir es uns so richtig gut gehen lassen und eine kleine Pause vom “spicy indian food” genommen. Irgendwann holte Caro ihre Gitarre aus ihrem Zimmer und fing an, zu singen und auf ihrer Gitarre zu spielen – wiedermal einer dieser Gänsehautmomente. Und dabei ist mir eine Idee gekommen: Warum nicht einfach auch mal die Menschen, die mich tagtäglich umgeben, darum bitten, mir ihre (Reise-)Geschichte zu erzählen. Und weil Caro mich mit ihrem tollen Gesang und der Gitarre so sehr beeindruckt hat, musst sie heute auch gleich herhalten. Ich glaube aber, sie hatte nichts dagegen:-)

Die Key-Facts zuerst: Liebe Caro, stell dich doch erstmal kurz vor:
Hallo Germany!:-) Ich bin Caro Spiller und stamme aus Argentinien. Ich bin 34 Jahre alt und ausgebildete Sängerin von Beruf. Seit November reise ich nun schon durch Indien und bin vor zwei Wochen in Rishikesh gelandet.

Was genau hat dich nach Rishikesh verschlagen?
Ich habe, bevor ich nach Indien gekommen bin, drei Jahre in Afrika gelebt. Dort habe ich Freundschaft mit drei Indern aus Rishikesh geschlossen, die damals nur so von dem Ort geschwärmt haben – und da sich Indien ja momentan vom Süden in den Norden mächtig aufheizt, hat es für mich super reingepasst, noch weiter nördlich zu reisen. Tja..und da bin ich nun. Meine Freunde habe ich zwar noch nicht getroffen, dafür mache ich jetzt aber ein Teachertraining im Hatha Yoga – mit Surinder Singh.

Somit war Yoga gar nicht deine erstes Motivation? Seit wann praktizierst du Yoga?
Nein, Yoga war nicht der erste Grund, warum ich nach Rishikesh gekommen bin. Für das TTC mit Surinder habe ich mich recht spontan vor Ort entschieden – zum Glück hatte er noch ein Plätzchen frei für mich. Yoga gehört seit ca. 6 Jahren fest zu meinem Leben, allerdings habe ich nie mit dem Gedanken gespielt, es auch zu lehren. Das TTC mache ich, weil ich immer viel auf Reisen bin und ich möchte einfach so kompetent sein, dass ich mir meine eigenen, kleinen Yogaklassen zusammenbasteln kann, um auch auf Reisen flexibel und unabhängig von geführten Klassen zu sein.

Du bist ausgebildete Sängerin und hast diesen Beruf auch zu Hause in Buenos Aires ziemlich erfolgreich gelebt. Das klingt in meinen Ohren alles total super. Warum treibt es dich trotzdem immer wieder in die Ferne?
Vor drei Jahren bin ich, um Urlaub zu machen, nach Afrika gereist. Schon nach wenigen Tagen stand für mich fest: Ich komme wieder – und zwar für mindestens ein Jahr. Ich bin also wieder nach Hause geflogen und habe hart gearbeitet und Geld gespart, um mir diesen Traum zu erfüllen. Mein geordnetes Leben in Argentinien als Gesangslehrin und Musikerin auf immer den gleichen Bühnen erschien mir plötzlich so unfassbar langweilig. Ich habe mich gefragt, warum immer an einem Ort bleiben, wenn man doch heutzutage die Möglichkeit hat, die ganze Welt zu sehen? Und in meinen Augen gibt es nichts Schöneres, als andere Menschen, Länder, Kulturen und deren Sicht der Dinge auf das Leben zu erfahren. Das gibt mir super viel und erweitert meinen Horizont ungemein.

Welche Rolle spielt für dich die Musik auf deiner Reise?
Ohne meine Gitarre, reise ich nirgendwo hin. Tatsächlich habe ich das Gitarrespielen aber nicht an der Universität für Musik und Gesang, sondern während meiner Zeit in Afrika gelernt. Ironischerweise musste ich tatsächlich diesen Umweg gehen, um das Gitarrespielen für mich zu entdecken. Jetzt ist mir das Reisen ohne Gitarre vollkommen undenkbar und ich brauche das Gefühl, immer spielen und singen zu können, wann ich möchte – vollkommen frei von irgendwelchen Auftritten oder Engagements. Wenn ich zwischendurch Geld verdienen muss, dann nur mit meiner Stimme. Nicht mit der Gitarre.

In zwei Wochen ist dein TTC in Rishikesh beendet, wie geht es dann für dich weiter?
Genau ein Tag nach Beendigung des Kurses läuft auch mein Visum aus. Ich werde also am selben Tag noch meine Sachen packen und nach Nepal düsen – das ist die am leichtesten zu überquerende Grenze. Was dann kommt? Keine Ahnung. Ich habe aktuell die Welt zu meinem zu Hause und das Reisen zu meiner Profession bestimmt. Und wenn mir Asien eins gezeigt hat, dann dass man nicht zu weit vorausplanen sollte. Ich vertraue also dem Universum und schaue mal, welche Möglichkeiten, Menschen, Inspirationen es in Nepal für mich bereit hält. Ich bin gespannt und freue mich darauf!

Steffi Sarges
Steffi Sarges
Steffi Sarges

PR Beraterin & Yogalehrerin Ihr Lebensmotto “Don´t forget to play” kam bei all der Arbeit in den letzten Jahren etwas zu kurz. Darum hat sich Stefanie für 2014 dazu entschieden, wieder mit dem "Spielen" zu beginnen, tief durchzuatmen und das Jahr ihrer größten Leidenschaft zu widmen - dem Yoga. Während ihrer Reise durch Indien wird sie eine zweite Ausbildung machen, um sich danach vom roten Yogafaden leiten zu lassen - durch das Land und zu sich selbst. Von ihren Erfahrungen wird sie hier regelmäßig berichten.

F: Stefanie.Sarges W: instagram.com/stevexs

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