/ DIARY /

Seelenreise – ein Jahr später.

Ich hatte vor ein paar Wochen ein wichtiges Jubiläum, denn im Juli letzten Jahres meldete ich mich für die Seelenreise von Satya Singh an. Es war ein paar Tage vor meinem Geburtstag und ich machte sie mir sozusagen selbst zum Geschenk. Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und ich würde sagen, dass es sich nicht um eine Reise, sondern ein wildes, schönes Abenteuer handelt – meine Seele kann das in dem Fall nur bestätigen. Ich bin gerade beim 9.Wirbel und habe somit ein Drittel meiner Reiseroute hinter mich gebracht. Unendliche viele Erfahrungen und Gefühle liegen hinter mir: Zuversicht, Hoffnungslosigkeit, Glück, Schwere, Liebe, Traurigkeit…und am Ende ganz viel Licht. Alles wechselt sich immer wieder ab, zeigt sich, wenn ich es am meisten brauche und verschwindet wieder, wenn etwas anderes dran ist – ganz wie im richtigen Leben also. Die Einsicht, dass es sich hierbei um das Konzept Namens Leben handelt und sich jemand etwas dabei gedacht hat, ist manchmal die schönste, manchmal die mit am meisten Widerstand verbundene Erkenntnis.

Aber zurück zu Wirbel neun. Als ich mir zur Vorbereitung den Text durchlese und das Video anschaue, freue ich mich unglaublich auf die nächsten 40 Tage: Seelenpartner! Ausdehnung! Authentische Beziehungen! Nach langen Monaten in den unteren Chakren, freue ich mich auf die Reise ins Herz. Am selbigen Tag klingelt das Telefon und meine Freundin, ebenfalls Reisende, ebenfalls Wirbel Neun, ist dran: „Irgendwie habe ich gar nicht das Gefühl, dass es bei der Meditation um die Beziehung zu einem Seelenpartner geht, sondern um die Beziehung zu mir!“, sagt sie irritiert. „Meinst Du, Satya hat sich da vielleicht irgendwie vertan?“, schiebt sie noch fragend hinterher. „Hm, das Gefühl habe ich auch…aber vertan? Das glaube ich nicht.“ erwidere ich noch etwas unbestimmt. Aber als ich
auflege wird mir bewusst, dass ich während der letzten Tage den gleichen Gedanken hatte. Ich machte erstmal weiter, und um den Prozess in die „richtige“ Richtung zu lenken, beschließe ich während der Meditation ein Objekt zu fixieren. Mir fällt ein Scheich aus Porzellan ins Auge, den ich mir vor etlichen Jahren am Flughafen in Dubai gekauft hatte und der nun mit verschränkten Armen und einem breiten Lächeln meine Fensterbank ziert. Die Tage vergehen, ich meditiere fleissig, der Scheich lächelt weiter fleissig, aber so richtig in die Tiefe kommen wir beiden nicht.

„Vielleicht habe ich es mir zu einfach gemacht“, denke ich nach ein paar Wochen und krame ein Foto meiner kürzlich verstorbenen Oma hervor, welches mein neues Meditationsobjekt sein soll. Ich liebe meine Oma über alles, aber auch hier gehe ich nicht wirklich in Resonanz. Vor ein paar Tagen bin ich bei Tag 70 der Meditation angekommen und anscheinend auch endlich in der Bereitschaft mir zu begegnen und mir selbst an erster Stelle ein hingebungsvoller, verlässlicher Seelenpartner zu sein. Keinen Scheich und auch keine tote Oma dafür zu verdonnern – Sorry, Oma! Ohne darüber nachzudenken hänge ich ein schlichtes, weißes Tuch an die Wand, beginne meinen Blick darauf zu richten, und schon nach den ersten Atemzügen fühle ich die Schwere aus den Zeiten, in denen ich mir selbst so fern war, die oft damit verbundene Traurigkeit und auch oft Hoffnungslosigkeit, aber auch die tiefe Liebe zu mir, die Hingabe an mein Leben und mein inneres Licht. Alles in allem eine große innere Freude und Dankbarkeit, die sich in meinem Herzen und meinem ganzen Körper ausbreiten.

Berührt und gleichermaßen entspannt sitze ich nach meiner Meditation noch ein paar Minuten auf dem Kissen als mein Blick sich zufällig zur Fensterbank richtet, auf der immer noch der Scheich steht. Immer noch mit verschränkten Armen, jedoch ein wenig breiter grinsend, als wollte er mich necken und sagen: „Siehst Du, wieso nicht gleich so?“

Foto: Hassan Prottoy für Unsplash.

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Die Redaktion Make Yourself Move ist ein Onlinemagazin für Yoga, Meditation, Inspiration, Reisen und all die schönen Dinge im Leben, die uns wieder näher zu uns selbst bringen. Seit 2011 berichten wir über Yoga in allen Varianten, Spiritualität, Astrologie und Ernährung. Ein bunter Mix aus Interviews, Reportagen und Erlebnisberichten, die sich bodenständig, weltoffen und voller Leichtigkeit lesen lassen und auch gerne mal in der Tiefe berühren.

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