/ DIARY /

Heimkommen…

14 Monate (fast) – 59 Wochen – 412 Tage – 9888 Stunden – 6 Länder und 9 Flüge plus unzählige Bus- und Zugfahrten quer durch Asien. Die letzten fünf Wochen nach den Teachertrainings in Goa durfte ich nochmal in vollen Zügen genießen. Ich habe mir sehr wichtige Freunde besucht, die ich im vergangenen Jahr auf meine Reise kennengelernt habe – in Malaysia, Vietnam und Bali und war auf der Yogamatte meistens ganz einfach wieder Student. Das beste Finale einer großartigen Zeit, das ich mir nur wünschen konnte und nun…ein Flug steht noch aus…gleich fliege ich wieder zurück nach Deutschland. Schon einige Zeit sitze ich nun schon vor meinem Laptop und versuche irgendwie zu Papier zu bringen, wie ich mich fühle. Ein absolut hoffnungsloses Unterfangen bei diesem heillosen Durcheinander von Emotionen, dass da in mir herrscht…Da ist ganz viel Leichtigkeit, aber auch Schwere. Da ist Trauer und Freude, emotionale Taubheit und Chaos, Angst, Vertrauen und natürlich auch ganz ganz viel Vorfreude: Auf Warmwasserduschen, Laufen im Wald und um die Alster, Deutsches Brot und Käse. Auf Streuselkuchen, Yoga in Deutschland als Student und Lehrer. Einfach mal wieder auf der Couch hängen und Fernsehen, Tatort, gutes Internet, meine Lieblingssneaker. Sooooo große Vorfreude darauf, Familie und Freunde nach 14 Monaten endlich wieder zu SEHEN…und nicht nur zu hören/zu lesen – fernab von Zeitverschiebung oder schwachem Internet (an Skypevideoanrufe nicht zu denken). Darauf die Menschen zu Hause in den Arm zu nehmen, die mich so großartig supported haben das letzte Jahr. Einfach, weil sie da waren – immer – und noch sind. Gleichzeitig bin ich aber auch nervös. Wer hätte gedacht, dass sich das Heimfliegen am Ende so seltsam anfühlen würde. Um es deutlicher zu sagen, ich habe mächtig die Hosen voll. Davor, dass ich, wenn ich erstmal wieder heimatlichen Boden betreten habe, eigentlich erst so wirklich erkennen werde, was das Reisen mit mir so angestellt hat…ob ich noch in das System passe oder plötzlich so gar nicht mehr…beide Optionen machen mich nervös. Und so gesellt sich zu der Vorfreude auch eine ordentliche Portion Respekt. Respekt vor einem Schritt, der getan werden muss und der alle Karten neu mischt. Meine liebe, liebe Freundin M., mit der ich gemeinsam in Pokhara fast drei Monate für Pranamaya Yoga unterrichtet und mit der ich wie mit einer Schwester zusammengelebt habe, sieht das Ganze so:

“You really put yourself out there. I’m so proud of you – I think, you died physically, mentally and emotionally a couple of times. And…got reborn again and again and again as a more refind version of yourself.”

…ich gebe zu, ich bin momentan etwas emotional und diese Worte haben mir mich zweifelsohne ein klein wenig zu Tränen gerührt. Denn ob bessere Version hin oder her, mit einer Sache hat sie 100 % Recht. Ich bin tatsächlich da raus gegangen und habe gelebt – mit allem, was dazu gehört. Ich habe erlebt, gelitten, gelacht, hatte mächtig Schiss, war nervös, habe geweint, getanzt, vertraut, habe festgehalten und losgelassen, bin emotional und physisch gekrochen, bin noch viel öfter hoch, hoch geflogen, habe getrauert, hatte Selbstzweifel und war mächtig stolz auf mich, habe Freundschaften geschlossen und Abschied genommen, hatte Heim- und noch viel öfter Fernweh und kann nun nach 14 Monaten mit gutem Gewissen herausschreien “FUUUUUCCKKKKK, WAS FÜR EIN GEILES JAHR WAR DAS BITTE???”

Und so bleibt mir nun eigentlich nur noch eines. Und das ist DANKE sagen. DANKE …für Freiheit – unvergessliche Sonnenauf- und Sonnenuntergänge in sechs verschiedenen Ländern – Freunde fürs Leben – 24h Traveltrips von einem Land ins andere – Panikattacken auf Grund fehlender Rückflugtickets – nächtliche Overstays an Flughäfen mit einigermaßen bequemen Bänken – Tattvaa Yoga Rishikesh als der perfekte Start in eine unvergessliche Reise mit und durch die Welt des Yoga – Yoga Unterrichten in Rishikesh, Bali, Thailand, Nepal und Goa – alle meine Students, von denen ich so viel lernen durfte – Pranamaya Yoga in Nepal – mega leckeres Essen in sechs verschiedenen Ländern – meine Familie und Freunde, die immer bei mir waren – Soul & Yoga – Perky Beans, der wohl beste Coffeeshop Nepals – Sex Drugs and Rock n Roll – warm duschen nach fast zwei Monaten “Eis”-Dusche – nächtliche climbing trips, für den perfekten Sonnenaufgang – Undine und MakeYourselfMove – alle meine Yoga Teacher, die ihr Wissen mit uns Students teilten, uns so viel gegeben haben – Danke den guten und den schlechten Tagen und all den Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben – Danke an so vieles vieles mehr, dass sich so gar nicht in Worte fassen lässt…DANKE Leben für diese unvergessliche Zeit!!

Aum, Amen, Shanti…end of the story…maybe!

Steffi Sarges
Steffi Sarges
Steffi Sarges

PR Beraterin & Yogalehrerin Ihr Lebensmotto “Don´t forget to play” kam bei all der Arbeit in den letzten Jahren etwas zu kurz. Darum hat sich Stefanie für 2014 dazu entschieden, wieder mit dem "Spielen" zu beginnen, tief durchzuatmen und das Jahr ihrer größten Leidenschaft zu widmen - dem Yoga. Während ihrer Reise durch Indien wird sie eine zweite Ausbildung machen, um sich danach vom roten Yogafaden leiten zu lassen - durch das Land und zu sich selbst. Von ihren Erfahrungen wird sie hier regelmäßig berichten.

F: Stefanie.Sarges W: instagram.com/stevexs

4 Kommentare auf “Heimkommen…
  1. kathi sagt:

    mir fällt nicht mehr ein als ein Wort…. „wunder“bar!, wenn ich diese Zeilen lese!
    ALLES Gute!

  2. jasmin sagt:

    Wahnsinn! das beschreibt es. Deine Worte lesen sich so echt, als wäre man dabei gewesen. Toll das du zurück bist. Einen sanften sonnigen fröhlichen Start und bis ganz bald vielleicht. Liebe Grüße, Jasmin

  3. Stefanie sagt:

    Liebe, liebe Jasmin, vielen Dank!! Ich freue mich auch wieder da zu sein…irgendwie, haha:-) Bis mit Sicherheit bald in Hamburg.

    Alles Liebe
    Steffi

  4. Stefanie sagt:

    Vielen, vielen Dank liebe Kathi!!

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