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Bridging Tag 2: Hingabe an das Dasein.

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Die ganze Woche vor dem anstehenden Bridging Seminar hatte ich beste Laune, denn ich war schließlich „Miss Hingabe“ geworden. Außerdem schien die Sonne und der Haufen an dreckigem Geschirr hielt sich auch in Grenzen. Vor lauter Begeisterung ordnete ich diese Sachverhalte schon der Kategorie „göttliche Fügung“ zu, bis am Freitag die Hinfahrt anstand, und ich eines Besseren belehrt werden sollte.
Kaum auf der Autobahn wurde aus „göttlicher Fügung“ eher ein Wahnsinn auf vier Rädern: Staus, wohin das Auge blickte in Kombination mit dem Märchen vom mobilen Internet. Mit eher weniger anmutigen Verrenkungen versuchte ich im Auto die Idealposition für einen Balken Empfang einzunehmen, um sämtliche Bahnverbindungen von Bonn nach Frankfurt-Hahn zu ermitteln. Leider nur mit wenig Erfolg und so wurde nach sieben Stunden auf halber Strecke aus Hingabe Frustration. Ganz unspirituell, ganz menschlich und ziemlich ätzend. Ich hatte noch ungefähr 300 Kilometer vor mir als mir bewusst wurde, dass es das für mich war: Den ersten Seminartag konnte ich getrost vergessen, denn vor 22Uhr würde ich es einfach nicht schaffen anzukommen. Meine aufsteigende Wut bekämpfte ich mit einer halben Tafel Nuss-Nougat Schokolade, irgendwie hatte ich mir das mit der Hingabe in allen Lebenslagen einfacher vorgestellt. Ein paar holprige Regionalzug-Fahrten später hatte ich endlich Koblenz erreicht, wo mein Shuttle-Bus nach Frankfurt-Hahn abfuhr. Wieder zwei Stunden später kamen wir endlich an. Mit den Worten „Willkommen am Ende der Welt!“, verkündete der Busfahrer auf seine ganz eigene Art und Weise, dass unsere Reise hier zu Ende war. Zwölf Stunden – eine Zeitspanne, die andere Leute dazu nutzen den Kontinenten zu wechseln-hatte mich diese Anreise gekostet und jede Menge Nerven.
Den Titel der „Miss Hingabe“ hatte ich mir in der Zwischenzeit selbst wieder aberkannt. Wenn ich es schon nicht schaffte bei so einer Lappalie die Ruhe zu bewahren, wie sollte ich dann bloß ein ganzes Wochenende schaffen hingebungsvoll zu sein? Mit diesem schönen Cocktail aus negativen Gedankenmustern, Schuldgefühlen und eingeredeter Angst betrat ich das Seminarhaus und ahnte bei Weitem nicht, was mich die nächsten beiden Tage erwarten würde…

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undine
Undine Piepke
undine

Redakteurin MYM Ehemals Stylistin, PR-Beraterin und Vogue Redakteurin in New York, heute reisebegeistert, Yogini und Boxerin auf der Suche nach der Balance zwischen Om und Rock 'n' Roll! Hier gibt es jede Woche Interviews, Reiseberichte und die köstlichsten Gerichte, die man sich vorstellen kann.

F: mindstyle.magazin W: www.makeyourselfmove.de


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