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Bridging 3 – Die Brücke ins Dasein.

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„Das Dasein ist köstlich, man muss nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen.“ Diesen schlauen Satz gab einst der Schriftsteller Peter Rosegger von sich. Hätte er nicht bereits vor 150 Jahren in Österreich gelebt, könnte man meinen, dass er am dritten Bridging Seminar mit dem Thema „Die Brücke ins Dasein“ teilgenommen hätte, denn besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Wie bereits beim Bridging 1 und Bridging 2 finden wir uns auch diesmal im Haus Neuglück ein und werden sehr herzlich von Wolfgang und Hein-Jürgen empfangen. „Nach Hause kommen“, ist immer wieder ein Gedanke, der mir in dieser Situation durch den Kopf schiesst. Die Frage, was meine Bestimmung im Dasein ist und was ich der Gemeinschaft und dem Ganzen zu bieten habe, beschäftigt mich schon lange, sehr lange. Vielleicht mein ganzes, bisheriges Leben. Da sich das gleich sehr drastisch anhört belasse ich es in Gesprächen mit mir und anderen bei einer Sinnsuche in den letzten fünf Jahren. Von der Tatsache, dass wir diesmal eine Gruppe von fast 20Leuten sind, ist mein inneres Selbst erstmal weniger angetan. Da ich aber mittlerweile das Gefühl habe, in solchen Situationen eher von meinem Ego belabert zu werden, welches sich gerne mal als zartes Pflänzchen meines Selbst tarnt, schiebe ich diesen Gedanken auch gleich rigoros zur Seite. Es bleibt sowieso keine Zeit sich lange zu zieren, denn wie immer gibt es einen steilen Einstieg. Wir tanzen uns erstmal warm, dann geht es zur Vorstellungsrunde. Die meisten Teilnehmer kenne ich schon aus anderen Bridging Seminaren und es ist immer wieder schön zu sehen, welchen Prozess wir alle seitdem durchlaufen haben. Nach ein paar Übungen zum Ankommen, geht es zur ersten Meditation, bei der wir alle durch ein Seil verbunden sind. Noch bevor es losgeht, fängt mein Ego wieder an zu mäkeln: „Selbstfindung am Seil verbunden mit allen anderen? Wie soll das denn gehen?“ Und es sollte fürs Erste Recht behalten, denn das Gezerre sowie der unterschiedliche Atemrhytmus eines jeden brachten mich schier zur Verzweiflung. Aber da schliesslich nicht mein Ego, sondern ich Teilnehmerin war, fing ich irgendwann an tief und gleichmässig an Luft zu holen und auf einmal war alles gut, ich im Fluss und das Ego mundtot. „Die Sache mit dem Atem funktioniert irgendwie immer!“, stellte ich mit einem inneren, süffisanten Lächeln fest!
Auch am nächsten Tag geht es in die Vollen: Jeder von uns soll sich draussen auf die Suche nach „seinem“ Baum machen und diesen umarmen. Wer bei diesen Zeilen jetzt verächtlich an „Eso-Quatsch“ denkt, der sollte es einfach mal ausprobieren – pure Energie! Fast alle von uns kommen zwar beglückt, aber auch mit gemischten Gefühlen in das Seminarhaus zurück, denn es steht eine ganz besondere Aufgabe zur Selbsterfahrung an, die einem wahlweise Schweissausbrüche beschwert oder das Blut in den Adern gefrieren lässt. Je nach Typ und Tagesform ist auch der Umgang damit so unterschiedlich wie wir Menschen selbst: während einige besonders lebhaft und aufgedreht zu sein scheinen, sind andere durch die Aufregung noch mehr in sich gekehrt und in Gedanken versunken. Während manche sich noch hastig den Magen vollschlagen, hat es vielen schon seit Stunden den Appetit verschlagen. So unterschiedlich die Verhaltensweisen im Aussen, wollen wir im Innen aber alle das Gleiche: gesehen, geschätzt und geliebt werden, für das, was wir zu geben haben, für das, was wir der Welt dort draussen von uns zeigen. Das verbindet ungemein und macht sich danach auch in unserer Gruppendynamik bemerkbar. Mit leuchtenden Augen, offenen Herzen und wild durcheinander sprudelnden Sätzen tauschen wir uns aus und fühlen uns auf einmal wie eins.
Sonntag ist der letzter Tag und immer gefüllt mit einer Mischung aus Euphorie über den eigenen Prozess sowie Wehmut der Abreise wegen. Eine letzte Meditation steht an, von der gesagt wird, dass sie vielen Leuten zum Durchbruch verholfen habe, und genauso ist es bei den meisten. Es wird nochmal geatmet, geschrien, geweint und gelacht. Und dann stehen wir wieder alle da, mit gepackten Koffern, bereit zum Aufbruch zurück ins Leben und in den Alltag. Nicht zu wissen, was uns erwartet, aber sich genau darauf zu freuen.

Ihr Lieben, wer meine Berichterstattungen regelmässig verfolgt hat, weiss, dass ich auf ein Jahr voller Bridgings zurückblicke. Es war eine wilde, unstete, aufregende Zeit, die ich nicht missen möchte. Es hat aus mir keinen neuen Menschen gemacht, sondern mich daran zurückerinnert, wer ich wirklich bin. Mein besonderer Dank gilt Wolfgang und Heinz-Jürgen, die mich immer mit offenen Armen empfangen und das alles möglich gemacht haben. Ein weiteres Dankeschön geht an alle Teilnehmer, die ich kennenlernen durfte und die mich in unterschiedlichster Form auf diesem Weg begleitet haben.

Auf der Webseite erfahrt ihr mehr über die Bridging-Seminare und anstehende Termin in 2016. Auf der dazugehörigen Facebook-Präsenz kann geliked und kommentiert werden, was das Zeug hält!

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Redakteurin MYM Ehemals Stylistin, PR-Beraterin und Vogue Redakteurin in New York, heute reisebegeistert, Yogini und Boxerin auf der Suche nach der Balance zwischen Om und Rock 'n' Roll! Hier gibt es jede Woche Interviews, Reiseberichte und die köstlichsten Gerichte, die man sich vorstellen kann.

F: mindstyle.magazin W: www.makeyourselfmove.de


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2 Kommentare auf “Bridging 3 – Die Brücke ins Dasein.
  1. Coco sagt:

    Danke für diesen schönen Beitrag. Wirklich gut geschrieben. Ich habe auch schöne Erfahrungen um unter einem Baum zu sitzen und die Weisheit dieses Baumes zu verwenden, um persönliche Fragen zu beantworten.

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