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Interview mit Swen Meinecke

Swen_Meinecke

Interview mit Swen Meinecke


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Bei meiner regelmäßigen Recherche rund um das Thema Sport & Co war es ja nur eine Frage der Zeit bis ich auf Swen Meinecke und seine Sportmodelagentur Freistil stoße. In seiner Agentur vermittelt er Profi,- und Hobbysportler an namenhafte Kunden wie Nike, Dextro Energy oder FIT FOR FUN und füllt damit eine besondere Marktlücke im hohen Norden. Fast wie erwartet treffe ich ihn in seinem hellen Büro – Loft in der Hamburger Neustadt, eher unerwartet jedoch die Tatsache, dass es anstatt Möhrensticks eine Kuchenvariation gibt. Aber bei einem saftigen Stück Donauwelle kann ich mich sowieso besser konzentrieren und erfahre in unserem Gespräch, warum fast alle Profisportler ein Bodydouble haben und Swen der glücklichste Mensch der Welt ist.

Wie kommt man auf die Idee eine Agentur für Sportmodels zu gründen?
Ich habe eigentlich mit einem Jurastudium begonnen und bin dann vor fast zehn Jahren aus beruflichen Gründen nach Hamburg gezogen. Ein Freund meldete mich irgendwann ohne dass ich es wusste bei einer Aktion der Men´s Health an: „In zehn Wochen zum Sixpack“, ein abschließendes Fotoshooting für das Magazin war inklusive. Der damalige Fotograf war so begeistert von unserer Unkompliziertheit, die er vornehmlich für eine Sportlertugend hielt, das merkte ich mir und erkannte Potential für eine neue Geschäftsidee. 2009 bastelte ich mir dann eine eigene Homepage, stellte eine kleine Kartei bestehend aus Bekannten zusammen und dann ging es auch schon los. Ein paar Tage nachdem die Seite online war, rief nämlich schon adidas an und buchte bei mir ihr Modell für ein Shooting. Ich habe dann auch nachfolgend natürlich viel Kaltaquise machen müssen und bei circa 800 Werbeagenturen, potentiellen Kunden, etc. angerufen, aber glücklicherweise hat es sich relativ schnell herumgesprochen, so dass ich mittlerweile 400 Frauen und 600 Männer in meiner Kartei und auch etliche Kunden habe.

Wie sieht Dein Tagesablauf üblicherweise aus?
Mein Tagesablauf besteht fast nur aus Kommunikation: Ob per Telefon oder Email, ich bin das Bindeglied zwischen Kunde und Model, kümmere mich um die Terminierung, treffe Absprachen, erhalte Briefings. Neulinge, die sich vorstellen möchten kommen in die Agentur, werden von mir fotografiert und gegebenenfalls weitervermittelt. Ansonsten eben Buchhaltung und der ganze andere Kram, den man als Selbstständiger so zu erledigen hat.

Wie ist die Situation auf dem Markt und was ist bei den Kunden gerade gefragt?
Was die Agenturen angeht, sehr überschaubar: Wir teilen uns zu viert den Markt, die anderen Sportmodelagenturen sitzen in Berlin, Düsseldorf und München, es ist also schön verteilt. Da wir alle in Deutschland und ganz Europa vermitteln passt das alles ganz gut. Bei den Models habe ich mit Männern angefangen, da diese für unkomplizierter hielt. Als Kunden auch Frauen anfragten, nahm ich diese ebenfalls auf und stellte sehr schnell fest: Sie sind ebenso unkompliziert, wenn sie Sportlerinnen sind. Heute hält es sich zwischen Männern und Frauen die Waage.

Was sollte man an Voraussetzungen mitbringen um ein Sportmodel zu werden?
Man muß wirklich Tip – Top in einer Disziplin sein, technisch perfekt und es muss sauber aussehen. Im besten Falle vielleicht auch noch wettkampferfahren, das ist aber keine Bedingung, genauso wenig wie gutes Aussehen. Letztens haben wir eine Sequenz mit einem Bodydouble für einen Bundesligafußballer gedreht, wo nachher nur noch der Kopf auf den Körper montiert wurde. Da geht es eher um die richtige Haltung oder Stellung des Fußes als alles andere, außerdem haben viele Bundesligafußballer einfach nicht die Zeit alles selber zu drehen, da haben einige ein Körperdouble. Ansonsten ist bei mir vom Hobbykicker bis hin zum Weltmeister fast alles vertreten.

Kann man von den Jobs als Sportmodel seinen Lebensunterhalt bestreiten?
Die meisten haben einen normalen Job oder sind Profisportler und arbeiten nebenbei als Sportmodel, so dass sich diese Frage gar nicht stellt. Die Models im High – End Bereich für Fashion oder Lifestyle mit Schwerpunkt Sport können sicherlich davon leben, wenn sie gut im Geschäft sind. Da halte ich mich aber raus, das ist mir alles zu künstlich und hochstilisiert. Genauso wie Anfragen für den Catwalk, die nehme ich auch nicht an, da kommt auch einfach finanziell so gut wie nichts dabei herum.

Was war Dein außergewöhnlichster Auftrag?
Für mich war der Dreh des Trailers für die Leichtathletik WM 2009 im ZDF ganz besonders beeindruckend. Location war das Olympiastadion in Berlin, gebucht waren ausschließlich Modelle von FREISTIL. Da habe ich das erste Mal realisiert, was so ein Dreh bedeutet: Viele Leute, viel Chaos und nachher kommt trotzdem etwas Tolles dabei raus, bei dem man eine Gänsehaut bekommt. Und für die Modelle ist eigentlich jeder Auftrag ungewöhnlich , da es ja oft eine Premiere ist. Ob ein eintägiger Dreh in Istanbul für Nike, zehn Tage mit dem Team von Globetrotter auf Madeira oder ein Shooting mit Promis wie Lukas Podolski, es ist immer neu und spannend. Sie haben schließlich nicht die Routine der Profimodels, aber es klappt trotzdem und sie sind umso präsenter und nie gelangweilt.

Machst Du selber auch Sport?
Ich muß ganz ehrlich sagen, dass ich im Laufe der Zeit faul geworden bin und gehe nur noch einmal die Woche schwimmen. Aber auch mit wenig Sport bin ich ausgefüllt und begreife mittlerweile was ich für ein Glück habe mit der Agentur und allem, was darum herum passiert. Ich begegne dem Leben deshalb auch mit einer gewissen Demut und kann nur sagen, daß du heute den wahrscheinlich glücklichsten Menschen der Welt interviewt hast!

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Redakteurin MYM Ehemals Stylistin, PR-Beraterin und Vogue Redakteurin in New York, heute reisebegeistert, Yogini und Boxerin auf der Suche nach der Balance zwischen Om und Rock 'n' Roll! Hier gibt es jede Woche Interviews, Reiseberichte und die köstlichsten Gerichte, die man sich vorstellen kann.

F: mindstyle.magazin W: www.makeyourselfmove.de

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