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Das Rushing Women Syndrom – Dauerstress macht krank.

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Das Rushing Women Syndrom – Dauerstress macht krank.

Der Begriff Stress ist mittlerweile in aller Munde. Was die meisten jedoch nicht wissen: Dauerstress hat nicht nur einen negativen Einfluss auf zahlreiche Organe, sondern auch auf Stoffwechselprozesse, die Verdauung, auf das Nervensystem, die Emotionen und den Hormonhaushalt. Kurz gesagt, auf alles, was eine wichtige Funktion in unserem Körper hat. Die Auswirkungen, die Dr. Libby Weaver unter dem von ihr geprägten Begriff „Rushing Women Syndrom“ zusammenfasst, sind unter anderem Fruchtbarkeitsstörungen, Übergewicht oder PMS. In einem Vortrag verriet die sympathische Australierin welche Prozesse Dauerstress im weiblichen Körper auslöst und wie „Frau“ dem entgegenwirken kann.

Hamburg an einem trüben Freitag. Ungefähr 20 Frauen sitzen zusammen und lauschen gespannt den Worten von Dr. Libby Weaver, Ernährungswissenschaftlerin und Biochemikerin aus Down Under. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst vielen Menschen gesunde Ernährung und einen bewussten Lebensstil näher zu bringen, indem sie komplexe biochemische Vorgänge im Körper auch für uns Laien verständlich macht. In ihrer Heimat hat sie bereits mehrere Bücher veröffentlicht, die dort regelmäßig in den Bestseller-Listen vertreten sind. Zu ihren Klienten zählen zahlreiche Prominente, darunter zum Beispiel Hollywood Schauspieler Hugh Jackman mit seiner Frau. Permanenten Dauerstresses erleben viele Frauen tagtäglich. Doch welch großen Schaden diese Form von Stress auch auf körperlicher Ebene gerade bei Frauen anrichtet, ist weitgehend unbekannt.

Das Gefühl, ständig in Eile zu sein, schadet der Gesundheit der Frau massiv und auf nie dagewesene Weise!

In ihrem Ratgeber erfahren Frauen, wie eng gesundheitliche Störungen mit dem verknüpft sind, was sie sich täglich auflasten. „Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Wege, das Problem zu lösen. Der erste Schritt ist, die Hintergründe zu verstehen, festgefahrene Einstellungen und Verhaltensmuster zu reflektieren und individuelle Lösungsstrategien zu entwickeln“, verrät sie uns. „Unser Wunsch, besser auf uns zu achten, erscheint uns mit unter wie ein unerreichbarer Traum. Doch jedes noch so verknotete Knäuel hat zwei Enden. Suchen Sie eines davon“, fordert sie bestimmt, aber dennoch mit Leichtigkeit.

Zwei große Themen in ihrem Buch sind die Beinflussung von Stress auf die Verdauung und auf die Sexualhormone der Frau. 80 Prozent der körpereigene Serotoninproduktion läuft im Darm ab, Serotonin zählt zu den wichtigsten Hormonen, die Glück, Zufriedenheit und Gelassenheit hervorrufen. Damit kann eine Darmstörung erheblich aufs Gemüt schlagen“, erklärt Dr. Weaver. Eile, Stress und Zeitdruck haben starken Einfluss auf den Darm. Denn unter Stress schüttet der Körper Adrenalin aus. Die Folge: Um uns auf Kampf oder Flucht vorzubereiten, leitet der Körper das Blut in Arme und Beine – und nicht zum Verdauungstrakt.

Die Speisen, die dann im Verdauungssystem ankommen, können nicht angemessen verdaut werden. Schließlich ist Essen in diesem Stadium aus körpereigener Sicht reine Zeitverschwendung, weil es aktuell wichtiger ist, einer ‚Bedrohung‘ zu entgehen, als die nächste Mahlzeit sicherzustellen!

So führt Stress zu Verdauungsproblemen wie Blähungen oder zu Reizdarmsymptomen.
Ähnlich verhält es sich mit den Sexualhormonen der Frau: Ein Ungleichgewicht der Sexualhormone führt leicht dazu, dass Frauen sich überfordert fühlen und nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. In der ersten Zyklushälfte dominiert im weiblichen Körper das Sexualhormon Östrogen, das die Neubildung der Gebärmutterschleimhaut anregt und dafür sorgt, dass für den Fall einer Empfängnis ausreichend Fettreserven vorhanden sind. In der zweiten Zyklushälfte vom Eisprung bis zur Blutung ist Progesteron das vorherrschende Hormon.Es dient dazu, die Gebärmutterschleimhaut für eine mögliche Schwangerschaft zu erhalten. Zusätzlich wirkt es aber auch Depressionen und Ängsten entgegen und ist unerlässlich für das klare Denken.Progesteron wird in der Nebenniere gebildet. Stehen Frauen unter Dauerstress, werden hier aber auch vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, die dem Körper Lebensgefahr und Nahrungsmittel-knappheit suggerieren. Progesteron ist aus Sicht des Körpers mit Fruchtbarkeit assoziiert.

Wenn der Körper nun aber glaubt, dass wir in Lebensgefahr schweben und es sowieso nichts mehr zu essen gibt, wäre eine Schwangerschaft das Letzte, was eine Frau gebrauchen kann. Folglich stellt der Körper die Produktion von Progesteron ein.

Übrig bleiben dann die Hormone Östrogen und Cortisol, die die Fettspeicherung und die anhaltende Stressreaktion begünstigen. „Diese erhebliche Veränderung der weiblichen Körperchemie stellt einen massiven Angriff auf das körperliche und seelische Wohlbefinden dar. Sie spielt eine große Rolle bei der Entstehung von Dauerstress und führt bei vielen Frauen auch zur Wahrnehmung, immer schnellerimmer mehr leisten zu müssen“, ist Libby überzeugt. Bei den meisten von uns im Publikum führt das zu einem kontinuierlichen Dauernicken, denn die negativen Seiten von Stress, auch gerne mal als „Multitasking“ getarnt, kenn doch fest jede von uns. Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, dem seien diese drei Bücher von Dr. Libby ans Herz gelegt:

„Das Rushing Woman Syndrom“, Trias Verlag. 19,99 Euro – hier zu bestellen.

„Schlank werden, schlank bleiben: Das Geheimnis des Stoffwechsels“
Viele, die abnehmen möchten, haben das Gefühl, dass herkömmliche Diäten keinen dauerhaften Erfolg bringen und dass irgendwie „mehr“ hinter ihrer Gewichtsproblematik stecken müsse. Sie stellt neun Faktoren vor, die den Stoffwechsel aktivieren und dauerhaft schlank machen. „Den meisten von uns wurde eingeimpft, Gewicht sei allein eine Frage der Energiebilanz – also des Verhältnisses von Kalorienaufnahme und Kalorienverbrauch. Viele machen vom Kalorienstandpunkt her gesehen alles richtig und treiben auch regelmäßig Sport, aber trotzdem scheint sich ihr Körper nicht zu verändern“, so die Autorin. Das liegt häufig daran, dass die körpereigene „Verbrennungsmaschine“, der Stoffwechsel, nicht optimal arbeitet. Neben den Kalorien gibt es weitere Faktoren, die einen entscheidenden Einfluss auf den Stoffwechsel und damit auf Gewicht und Wohlbefinden haben – das sind Stress- und Geschlechtshormone, unser Nervensystem, die Darmflora, die Leber und die Schilddrüse, unsere Gefühle und der Botenstoff Insulin mit der Verlangsamung des Stoffwechsels. „Wenn Sie dann weiterhin so leben wie zuvor, werden Ihre Kleider mit der Zeit allmählich enger. Es spielt keine Rolle, wie ausgewogen und vernünftig Sie essen. Wir müssen den Stress an der Wurzel packen und entweder die Situation ändern, die ihn verursacht, oder den Umgang damit“, erklärt sie.
Trias Verlag, 19,99 Euro. Zum Bestellen geht es hier.

„Rezepte zum Abnehmen: Der Stoffwechsel-Kick“
Wer abnehmen möchte, muss nicht nur auf seine Energiebilanz und genügend Bewegung achten. Ebenso wichtig ist es, für einen gut funktionierenden Stoffwechsel zu sorgen. Hier findet man abwechslungsreiche Rezepte, die den Stoffwechsel ankurbeln und damit für mehr Wohlbefinden und eine schlanke Linie sorgen. „Es soll ein Kochbuch für jeden sein, der seine Ernährung verbessern will. Es soll um gutes, unverfälschtes Essen gehen, wie es wirklich jeder zubereiten kann“, erklärt die Autorin. Die Stoffwechsel-Ernährung ist natürlich, vitalstoffreich und vorwiegend pflanzlich. Beeren-Mandel-Quinoa-Porridge zum Frühstück, Salatwrap mit Hummus und Sprossensalat zum Mittagessen, Pad-Thai-Huhn zum Abendessen oder Schoko-Orangen-Tarte als Dessert – die Rezepte sind milchfrei, enthalten keinen raffinierten Zucker und sind größtenteils glutenfrei. Superfoods bilden die Basis vieler Rezepte, also Lebensmittel, die viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten und denen man deshalb nachsagt, besonders fit zu machen und gesundheitsfördernd zu wirken. Die Rezepte sind überwiegend vegetarisch und vegan, bieten jedoch auch reichlich Anregungen dazu, welche tierischen Produkte gut zu den Gerichten passen.
Trias Verlag, 19,99 Euro. Zum Bestellen geht es hier.

Fotocredit: Dr Libby Weaver.

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2 Kommentare auf “Das Rushing Women Syndrom – Dauerstress macht krank.
  1. Amely sagt:

    Sehr informativ und weise Worte – danke für den Artikel!
    Ich hatte lange Zeit auch damit zu kämpfen, mein Körper war ständig angespannt, unter Stress und aus der Balance. Neben Yoga haben mir besonders adaptogene Kräuter geholfen – ohne Werbung in eigener Sache machen zu wollen…ich will nur darauf hinweisen, dass es viele Alternativen und Möglichkeiten gibt, wenn man bereit ist etwas zu ändern.

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